Die Essenz des Laufens

Es gibt unendlich viele Forschungen, Studien, Statistiken und Ratgeber zum Thema Laufen. Was aber wirklich zu tun ist, damit man langfristig Spass am Laufen hat und erfährt, weswegen Hundertausende von Läufern auf der ganzen Welt täglich vor die Tür gehen und laufen, das lässt sich in ein paar Verszeilen zusammenfassen.



Wie du glücklich wirst

Diese Erfahrung ist
eine neu entdeckte
Form der Meditation
oder
ein Weg mehr,
dich selbst zu entdecken.

Drum schlag ich vor,
laufe frohen Mutes und ausgelassen
ein kurzes Stück.
(Kurz, das können 10 oder 1000 Meter sein,
das ist ganz deine Sache).

Laufe da, wo die Luft am saubersten ist,
und so wenig bekleidet wie möglich,
dass du von Sonne und Wind gebadet wirst.

Bei diesem Freudentanz,
bei deinem Lauf,
atme ein
tief und lang,
durch die Nase,
atme aus
durch den Mund.
(Wenn du aber merkst,
dass es dir leichter fällt,
durch die Nase auszuatmen,
dann mach es so.
Denn niemand als du selbst
sollte dir sagen, was dir gefällt).

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Wenn du zunächst mit jedem Schritt
schwer keuchend aus- und einatmest,
was dann?

Lauf ein wenig weiter,
tanzend und froh,
voller Liebe zu der Gabe,
die uns allen innewohnt.

Nach und nach,
wenn sich dein Lauf verlängert,
wird auch dein Atem länger.

Mach nicht zu viel, 
lieber weniger.
Du läufst ja nicht,
weil du ein Eile bist.

Du wirst laufen können,
ohne müde zu werden,
wenn du einer einfachen Regel folgst:

Laufe mit deinem Atem,
laufe ihm nicht davon.
(Du musst laufen, um herauszubekommen, was das heißt).

Mit jedem Lauf
erschaffst du das Erleben
eigener Erfahrung.

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Oft sprechen Läufer vom Schmerz,
und ist es das was du suchst,
bekommst du soviel du willst,
indem du dich grenzenlos antreibst,
wann immer du läufst.

Es liegt ganz bei dir,
ob du läufst, um dich selbst zu bestrafen
oder dich selbst zu erfahren.
Wählst du mit mir das Letztere,
wird jeder Lauf Freude machen.
Das Schlüsselwort heißt:
Nimm es leicht!
Mach einen Läufer aus dir,
schrittweise, geduldig, entspannt.

Aus dir einen Läufer zu machen,
wird ein Vergnügen sein,
wenn du Fortschritte machst,
indem du weniger läufst.

Der Schlüssel zum „Fortschritt durch weniger“
heißt: weniger zu tun,
als man glaubt, dass man kann.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest losgaloppieren,
geh nur ein bisschen spazieren.
Und glaubst du, du könntest um den Häuserblock herumlaufen,
lauf nur bis zur nächsten Ecke.

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Dir bleibt der Rest deines Lebens,
um ein Langstreckenläufer zu werden.
Warum unter Schmerzen sich zwingen,
warum nicht mit schwingenden Sprüngen
frei und leicht laufen,
so, wie man tanzt?

Wenn du damit anfängst,
wirst du bald merken,
dass Laufen von sich aus anstrengend ist;
auch ohne, dass du dir noch zusätzlich Härten schaffst.

Meiner Erfahrung nach
könntest du fragen,
"Wie weit soll ich laufen?"
Und ich müsste sagen,
"Gib dir die Antwort selbst."

Denn ich glaube,
diese Frage "Wie weit?"
hängt von persönlichen Dingen ab.
Wie alt bist du?
Wie lang sind deine Beine?
Wie viel wiegst du?
Und ganz besonders:
Welche Entfernung wäre dir angenehm?

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Da individuelle Eigenschaften
es unmöglich machen,
ganz allgemein eine Entfernung zu nennen,
nimmt man als Maß am besten die Zeit,
um allgemein sagen zu können "Wie weit".

Wie weit tragen dich deine Beine in, sagen wir,
fünf oder fünfzig Minuten?
Du solltest weit genug laufen,
um dich beschwingt zu fühlen;
gelingt dir das nicht,
dann bist du
wahrscheinlich zu weit gelaufen.

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Eine andere Frage wäre:
"Wie schnell soll ich laufen?"
Auch die Geschwindigkeit
hängt von vielen persönlichen Dingen ab:
Ob du kurz und schwer bist,
ob du lang und dünn bist,
ob du unbedingt schnell sein willst
und von diesem Leistungsbewusstsein nicht wegkommst.

Wenn du gegen die Uhr laufen willst,
denke daran: 
Es ist dein Spiel,
du wählst die Regeln, nach denen du spielst.

Du könntest fragen:
"Wie oft soll ich laufen?"
Wichtig ist, Kraft und Ausdauer zu erlangen,
bis du mühelos läufst,
im Vergleich zu damals,
beim ersten Versuch.

Drum laufe oft genug,
- ob täglich, oder vier Mal die Woche –
Kraft und Ausdauer
bleiben und wachsen.
Aber laufe nicht so oft,
dass eine Last draus wird.

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Wenn du einige Zeit
ganz regelmäßig läufst,
fühlst du dich besser,
dass du dann von selbst
auch weiter dabei bleibst,
im Einklang mit dem,
was gut für dich ist,
und das ist dann
oft genug.

Ein regelmäßiger Läufer zu werden,
bringt als Belohnung mit sich,
dass Kraft und Ausdauer deines Körpers wächst.

Füße und Beine werden stark und fest.
Das Herz wird stärker.
Ein Gleichgewicht zwischen Aufnahme
und Ausscheidung stellt sich ein:
Die Aufrecherhaltung des richtigen Körpergewichts.
Haut und Augen sprühen vor Lebenskraft.

Du wirst sehen,
Laufen ermüdet dich nicht,
es gibt dir Kraft.

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Mit Hilfe des Laufens
kannst du deine Probleme zurücklassen.
Mit Hilfe des Laufens
wirst du auf neue Ideen kommen.

Laufe schwingend und unbeschwert.
Laufe frei und locker wie ein Vogel.

Gewinnst du an Stärke, 
gewinnst du auch an Spannkraft im Sprung
und es wird Tage geben,
wo dir dein läuferisches Tanzen
wie Fliegen vorkommt.

Und in Wirklichkeit fliegst du auch:
Zwischen jedem federnden Sprung
schwebst du einen Augenblick
frei in der Luft,
bevor du herunterkommst
zum nächsten federnden Vorwärtsschritt.

Bitte vergiss nicht, der Sinn des Laufens ist es,
dir Hilfe zu sein,
fröhlich, gesund und ganz du selbst zu werden.

Gewiss, die Menschen sind faul.
Ich auch.
Es ist schwer mich zu sehen wie ich bin
und so klar wie nur etwas
steht da meine Faulheit.
Meistens dann,
wenn ich sie am wenigsten brauchen kann.
Meine Devise sie zu umgehen
heißt: Disziplin.

Aber die faule Seite von dir
ist nicht genau das gleiche,
wie die faule Seite von mir.
Darum ist es deine Disziplin,
die du auch selbst entdecken musst.
Hab keine Angst davor,
auch Disziplin ist gut für uns.

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Jeder ist seines eignen Laufens Schmied.
Fang einfach an und mach es genau so, wie es dir am besten gefällt. Dein oberstes Ziel muss sein, ein gutes Gefühl zu haben. Hör auf, wenn es am schönsten ist. Alles andere kommt dann Schritt für Schritt. 
Dein Gregor