Der ultimative Schlüssel zur Gesundheit Teil 4 von 5 - Vertrauen

Wenn du deine Gesundheit (oder die deines kindes) fördern willst, musst du dir und dem Leben vertrauen. Vertrauen bildest du, indem du mit Spannungen im Leben konstruktiv umgehst und Ressourcen bildest. Hier zeige ich dir die Hintergründe.

Was bisher geschah:

Heute sollst du erfahren, wie du deine Gesundheit erhalten und fördern kannst.
Der Schlüssel zur Gesundheit wird in Teil 4 dieser Serie immer wirklicher für dich.


Wir erinnern uns: Der ultimative Schlüssel zur Gesundheit besteht aus den im Moment noch abstrakten Dimensionen Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit (genaueres findest du in Teil 3 dieser Serie).
Heute werde ich dir schildern, was es mit diesen Begriffen auf sich hat. 

Damit du nachvollziehen kannst, wie diese drei Dimensionen deine Gesundheit fördern, müssen wir zunächst einen kleinen Ausflug machen und uns dem Thema Stress widmen.


Stress - dein Feind und Helfer

Du hast Stress. 

Ob du willst oder nicht.

Stress, das kann z.B. ein Autounfall sein, Konflikte mit Freunden, der verspätete Bus, Arbeitslosigkeit oder die unvermeidliche Verstrickung in die Geschichte der Gesellschaft (für ein extremes Beispiel, frag einfach die vielen Flüchtlinge in deiner Nähe).

Stress lässt sich auch als Spannung beschreiben. 

Spannungen können negativ, aber auch positiv auf dich wirken. Positiv wirken Spannungen zum Beispiel, indem du zu bestimmten Leistungen motiviert bist. Negativ wirken sie, wenn sie dir die Kraft rauben und du dich nur noch verstecken möchtest.

Welche Wirkung Spannungen letztendlich auf dich haben, das hängt von deinem Spannungsmanagement ab.
Ob sie negativ oder positiv auf dich wirken, ist abhängig von deiner individuellen Verarbeitung

 

"Entscheidend ist, wie du mit Spannungen umgehst."



Wichtig zur Förderung deiner Gesundheit: 

Wenn es dir gelingt Spannungen als Anforderungen wahrzunehmen und damit die Heilsamkeit der Stressoren zugunsten deiner Gesundheit ausgenutzt wird (ja, das ist möglich! Lese dazu einfach weiter!) und der Stress an dir abprallt, dann sind Spannungen positiv von dir genutzt.
Das muss dein Ziel sein!
 



Nutze deine Widerstandsressourcen


So wie du Stress hast, so hast du auch Widerstandsressourcen. Widerstandsressourcen sind deine Ressourcen gegen Stressoren. Widerstandsressourcen sind genauer gesagt deine Fähigkeiten, mit den Spannungen und Belastungen so zurechtzukommen, dass dies zu deinem eigenen Nutzen und zur Förderung deiner Entwicklung beitragen kann.
 


Durch deine Widerstandsressourcen kannst du mit Spannungen positiv umgehen, wodurch Stressoren vermieden oder bewältigt werden können. Damit wird die jeweilige Spannung nicht zu negativem Stress, sondern du kannst dem Stressor sogar ein Sinn geben. So kannst du den Stressor als eine Anforderung ansehen, statt dich von ihm in den Boden ringen zu lassen. Für eine positive Sinnfindung, für ein positives Verhältnis zum Leben, ist dieses von sehr großer Bedeutung!

 

"Widerstandsressourcen erleichtern es dir, mit Spannungen umzugehen. So kannst du Stress vermeiden oder reduzieren und der Spannung sogar einen Sinn geben."
 


Aber welches sind diese ominösen Widerstandsressourcen, die für dich so wichtig sind und an denen du aktiv arbeiten solltest, damit du sie einsetzen kannst? Hier nenne ich sie dir:




Deine WiderstandsressourceN:
 

1 ANPASSUNGSFÄHIGKEIT
Je besser es dir gelingt, dich den unterschiedlichen Stressoren des Alltags anzupassen, desto ausgeprägter ist diese wichtige Widerstandsressource. Sie macht es möglich, dass du dich im Laufe der Zeit gegen Stressoren immunisierst.

Deine wichtigste Waffe gegen Stressoren ist im Bereich der Anpassungsfähigkeit deine Identität,  dein Selbstbild, d.h. dein Bild, das du von dir hast. Dein Vertrauen in dich und deine Kompetenz. Deinen Kompetenzen zu vertrauen ist die beste Grundlage, um widerstandsfähig gegenüber Belastungen zu sein.
Genaueres zur Identität erfährst du in Teil 5 meiner Serie, doch lese zunächst, welche Ressourcen noch wichtig sind.

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2 TIEFE BEZIEHUNGEN ZU ANDEREN
Eine weitere wichtige Widerstandsressource stellen Beziehungen zu anderen dar, Beziehungen zu sogenannten Primärgruppen. Es handelt sich hierbei um Personen, die dir nahe stehen, wie z.B. Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen. Enge Beziehungen zu diesen Menschen wirken auf ganz vielfache Weise spannungsreduzierend
Du kannst hier z.B. offen deine Meinung sagen, dir Rat einholen oder du hast das Gefühl, dass dich diese Menschen unterstützen, falls du mal nicht weiterkommst. Diese Widerstandsressource stärkt dich ungemein.


3 INSTITUTIONALSISIERTE BINDUNGEN
Damit sind Bindungen zu gesellschaftlichen, sinnfüllenden Institutionen gemeint.

Hört sich unglaublich an, nicht wahr? Ist aber tatsächlich so. 

Institutionalisierte Bindungen sind beispielsweise Bindungen zu der Schule deines Kindes, an die Kirche in deinem Ort, an deinen Volleyballverein oder die Flüchtlingshilfe deiner Stadt. Sie lassen dich mitwirken und geben Platz zur Selbstverwirklichung.

Es klingt wirklich banal, doch stelle dir vor, du arbeitest im Schulcafé deines Kindes. Du organisierst, wer die Brötchen schmiert, was die Getränke kosten sollen und wann geöffnet wird. Schon dieses kleine Mitwirken und Eingebundensein fördert deine Widerstandressourcen und hilft dir dabei Stress in anderen Bereichen des Lebens abprallen zu lassen.


Diese drei Widerstandsressourcen "Anpassungsfähigkeit", "tiefe Beziehungen" und "Bindungen an Institutionen" können weitestgehend verhindern, dass Spannungen zu Stress für dich werden. Aus ihnen wirst du stark und stark ist es, was du werden musst, denn:

Es geht nicht darum Krankheit zu vermeiden, es geht darum, dich stark zu machen. So wirst du zu einem guten Schwimmer im Fluss des Lebens (genaueres hierzu findest du in meinen Artikeln 1 - 3).

 

"Je stärker deine Widerstandsressourcen sind, desto besser findest du eine Balance zwischen Überlastung und Unterforderung."



Je stärker deine Widerstandsressourcen sind, desto besser findest du eine Balance zwischen Überlastung und Unterforderung. Mehr noch:

Je stärker deine Widerstandsressourcen sind, desto stärker ist das für dich so wichtige Gefühl, dass du deine Handlungen und dein Leben aktiv bestimmst.

Du hast stärker das Gefühl, dass du Herr deiner Lage und deines Handelns bist und das du die Geschehnisse um dich herum verstehst und beeinflussen kannst. 

Du bist so kein Zuschauer oder gar Opfer von Ereignissen, sondern du hast das Gefühl Gestalter zu sein, eingreifen und handeln zu können.

So stärkt sich in dir mehr und mehr das fundamentale Gefühl des Vertrauens in dich und die Welt
Du vertraust dir und deinen Ressourcen und dein Gefühl, dass du das, was um dich herum passiert durchdringen kannst, wird stärker.

 

"MIT STARKEN WIDERSTANDSRESSOURCEN HAST DU DAS GEFÜHL, DASS DU DEINe HANDLUNGEN UND DEIN LEBEN SELBST BESTIMMST.
DU BIST DER GESTALTER, NICHT Das OPFER DER UMSTÄNDE.
DEIN VERTRAUEN IN DICH WÄCHST.
DEIN VERTRAUEN IN DIE WELT WÄCHST."

 

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Widerstandsressourcen, Vertrauen und Gesundheitsförderung

Schließen wir nun die Verbindung zwischen den Widerstandsressourcen und dem ultimativen Schlüssel zur Förderung von Gesundheit, denn schließlich ist das ja das Thema dieser Serie.

Entscheidend für die Förderung deiner Gesundheit ist dein Vertrauen in dich und die Welt

Hier eine Reihenfolge zum besseren Verständnis:
 

  • DEINE WIDERSTANDSRESSOURCEN UNTERSTÜTZEN DEINEN UMGANG MIT STRESS
     
  • JE AUSGEPRÄGTER DEINE WIDERSTANDSRESSOURCEN GEGENÜBER STRESS SIND, DESTO STÄRKER WIRD DEIN SELBSTVERTRAUEN.
     
  • INDEM DU DIR UND DEINEN FÄHIGKEITEN VERTRAUST UND DU STRESSOREN ZUNEHMEND ALS ANFORDERUNGEN ANSIEHST, GIBST DU IHNEN EINEN GRÖßEREN SINN. SO STÄRKT SICH DEIN LEBENSSINN.
     
  • DEIN LEBENSSINN IST AUSSCHLAGGEBEND FÜR DEIN WOHLBEFINDEN. IST DEIN LEBENSSINN AUSGEPRÄGT, SO IST DAS DIE BESTE BASIS DAFÜR, DASS DU DICH WOHL FÜHLST. 
     
  • KÖRPERLICHES, PSYCHISCHES UND SOZIALES WOHLBEFINDEN IST GESUNDHEIT.



Durch Vertrauen deine Gesundheit fördern
Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit

Wenn du die vorangegangenen Artikel gelesenhast, beginnt sich nun der Kreis zum ultimativen Schlüssel zur Förderung deiner Gesundheit zu schließen:

Deine Widerstandsressourcen steigern dein Vertrauen in dich und in die Welt. Vertrauen ist die fundamentale Basis zur Förderung deiner Gesundheit. 

Du musst in dich vertrauen. Du musst deinen Kompetenzen vertrauen.
Außerdem musst du darauf vertrauen, dass du das, was um dich herum passiert, verstehen kannst. Dass du die Geschehnisse geistig durchdringen kannst, sie dir erklären kannst.

Dieses Vertrauen bezieht sich auf die drei Bereiche, die zur Erhaltung deiner Gesundheit maßgeblich sind (lese hierzu auch Teil 3 dieser Serie):
 

  • Verstehbarkeit (Vertrauen darauf, dass du dir die Geschehnisse deines Lebens erklären kannst, sie verstehst),
     
  • Handhabbarkeit (Vertrauen darauf, dass du den Aufgaben in deinem Leben adäquat begegnen kannst, sie als Anforderungen und Herausforderungen begreifst, denen du gerecht werden kannst),
     
  • Bedeutsamkeit (Vertrauen darauf, dass du die Aufgaben, die an dich gestellt werden, als bedeutsam ansiehst und der Auffassung bist, dass es sich lohnt, sich für sie einzusetzen).


Wenn du dein Leben und die Geschehnisse verstehst und geistig durchdringst (Verstehbarkeit), wenn du dich in der Lage siehst handeln zu können und das Gefühl hast, die Aufgaben meistern zu können (Handhabbarkeit) und wenn du den Umständen und Aufgaben deines Lebens einen Sinn gibst (Bedeutsamkeit), so ist das die beste Basis, um deine Gesundheit zu erhalten und zu fördern. 
Selbstverständlich gilt dies nicht nur für dich, sondern auch für dein Kind, indem du als Vorbild vorangehst und dein Kind erlebt, wie du mit Anforderungen umgehst.

In Kurzform wiederholt:

  • Die Umstände, Schicksale und Aufgaben deines Lebens musst du verstehen und nachvollziehen können. Du musst sie geistig durchdringen.
     
  • Du musst das Gefühl haben, handeln zu können, Einfluss zu nehmen, Dinge bewirken zu können. Gestalter statt Opfer zu sein.
     
  • Du musst den Aufgaben, die an dich herangetragen werden oder die du dir suchst, einen Sinn geben. Sie müssen für dich wert sein, sie zu erledigen.
     

Was zu tun ist:
 

  • Verstehbarkeit: Du musst darauf vertrauen, dass die Reize, die dein Leben bestimmen (das was in deinem Leben passiert) strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind (Stichwort Verstehbarkeit, genaueres siehe Teil 5 dieser Serie).
     
  • Handhabbarkeit: Du musst darauf vertrauen, dass dir die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen deines Lebens adäquat begegnen zu können (Stichwort Handhabbarkeit, genaueres siehe Teil 5 dieser Serie).
     
  • Bedeutsamkeit: Du musst die Anforderungen (Aufgaben des Lebens), die an dich gestellt werden, als Herausforderungen ansehen, für die es sich lohnt, sich tatkräftig einzusetzen und sich zu engagieren (Stichwort Bedeutsamkeit, genaueres siehe Teil 5 dieser Serie).
     

Diese drei Bereiche Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit bestimmen den Standort deines Wohlgefühls auf der Geraden zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen den beiden Polen „absolut gesund“ und „absolut krank“ (genaueres siehe Der ultimative Schlüssel zur Gesundheit Teil 1).

Wie kompetent du in diesen drei Bereichen bist, hat entscheidenden Einfluss auf deinen Lebenssinn.

Wie du dir denken kannst, ist ein Leben mit viel Sinn ein maßgeblicher Einflussfaktor für den Erhalt deiner Gesundheit (schau dir z.B. Helmut Schmidt an, der zwar wie ein Schlot rauchte, doch bis kurz vor seinem Tod mit 96 Jahren noch mitredete, Dinge bewirken und Menschen anregen wollte. Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit war bei ihm stark ausgeprägt). 

Ein hohes Vertrauen in dich, deine Ressourcen, in das was du tust, in deine Lebensumstände und in die Welt bestimmen dein Wohlbefinden. Dein Wohlbefinden ist mit deiner Gesundheit gleichzusetzen (für die Definition von Gesundheit lese bitte Teil 1 dieser Serie).

Wenn deine Kompetenzen in den drei Bereichen Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit ausgeprägt sind, so fühlst du dich wohl. Wohlbefinden ist Gesundheit, denn Gesundheit wird definiert als der Zustand körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens.

In meinem kommenden Artikel Der ultimative Schlüssel zur Gesundheit Teil 5 - Anwendung gebe ich dir praktikable und lebensnahe Anregungen, wie du den Schlüssel zur Förderung deiner Gesundheit anwenden kannst. Hoffentlich bist du wieder mit dabei!
 

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